GDL-Bezirk Süd-West

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Bezirk Süd-West

„Kamingespräch“

Ein klares Bekenntnis zur Schiene

Pressemitteilung - Bezirk-SW - 26.06.2017

Lutz Dächert (Vorsitzender des GDL Bezirkes Süd-West) und Claus Weselsky (Bundesvorsitzender der GDL) beim „Kamingespräch“ in Karlsruhe ©Jan Fornol, GDL

Am heißesten Tag des Jahres, dem 21. Juni lud der Bezirk Süd-West zu einem „Kamingespräch“ mit dem Ziel einer Podiumsdiskussion zu den Themen „Sicherheit auf den Zügen, Ausschreibungen und ihre Folgen“ nach Karlsruhe. Der Einladung des Bezirksvorsitzenden Lutz Dächert folgten aus dem Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg Georg Keitel und der Verbandsdirektor des Zweckverbandes SPNV-Süd in Rheinland-Pfalz, Michael Heilmann.

Beide Gäste bekannten sich klar zum Verkehrsträger Eisenbahn und waren erschrocken über die Ergebnisse der GDL-Umfrage zum Thema Sicherheit. Der Bundesvorsitzende der GDL, Claus Weselsky, erläuterte unseren Leitantrag zur Stärkung des Systems Eisenbahn und Lutz Schreiber, stellvertretender Bundesvorsitzender der GDL, zeigte mit Hilfe der Umfrageauswertung zum Thema Sicherheit erhöhten Handlungsbedarf auf.

GDL: Tarifverträge mit 47 Eisenbahnverkehrsunternehmen

Die GDL sieht Wettbewerb als eine Grundlage der Gesellschaft an, wobei es aber bei allen Vorteilen eines gesunden Wettbewerbs nicht zu einer Absenkung des Einkommensniveaus kommen darf. „Wettbewerb zu Lasten der Beschäftigten kann nur durch den Abschluss vernünftiger Tarifverträge verhindert werden“, so der GDL- Bundesvorsitzende Claus Weselsky und weiter: „Heute können wir feststellen, dass die GDL in 47 Eisenbahnverkehrsunternehmen durch den Abschluss entsprechender Tarifverträge erfolgreich einen Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigten verhindert hat.“ Die gesetzliche Verankerung der Gewinnorientierung der Deutschen Bahn bringe diese in eine Situation, die ein Handeln nach verkehrspolitischen Erfordernissen erschwere. Das Betreiben eines Verkehrsunternehmens nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten führe mitunter zwangsläufig dazu, dass sich die daraus ergebenen Sparzwänge auf das gesamthafte System Eisenbahn negativ auswirken. „Die DB Netz AG, die DB Energie AG, die Werkstätten sowie die DB Station und Service AG müssen daher zwingend in ein gemeinnütziges Unternehmen zusammengeführt und der Erhalt und der Ausbau der Eisenbahninfrastruktur unter der Schirmherrschaft des Eigentümers Bund langfristig gesichert werden. Damit werden die berechtigten Interessen der Bürger vor dem Ausverkauf der Eisenbahninfrastruktur geschützt“, so Weselsky.

Vielzahl von Übergriffen

Beim Thema Sicherheit waren die Gäste erstaunt über die Vielzahl der Übergriffe auf die Beschäftigten der Eisenbahnverkehrsunternehmen. In einer Präsentation hat der stellvertretende Bundesvorsitzende Lutz Schreiber deutlich gemacht, wie es um die Sicherheit der Mitarbeiter im Eisenbahnverkehrsmarkt bestellt ist: „Der Verfall der Werte, mangelnder Respekt vor Mitarbeitern in Uniform wie Polizei und Feuerwehr und eine besorgniserregende Absenkung der Hemmschwelle gewaltbereiter Fahrgäste gehören heutzutage zum Alltag der Beschäftigten.“ Insofern war man sich einig, dass im Bereich der Eisenbahnen eine spürbare Verbesserung in Punkto Sicherheit nur gemeinsam mit der Politik herbeigeführt werden kann. Sicherheit im und am Zug für Mitarbeiter und Kunden kostet Geld. Die Mehrausgaben dürfen nicht zu Lasten der Qualität des Eisenbahnverkehres gehen. Auch nicht in Bezug auf Quantität, sprich der Anzahl der Verkehrsleistungen. Sicherheit ist und muss eine gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten sein.


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