GDL-Bezirk Nordrhein-Westfalen (NRW)

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Bezirk

Nordrhein-Westfalen

GDL

Lokführer krank als Begründung für immense Zugausfälle? NordWestBahn verlagert Betriebsrisiko auf Mitarbeiter und Fahrgäste

Pressemitteilung - Bezirk-NRW - 25.07.2017

Die GDL in NRW kritisiert, dass die NordWestBahn durch fehlende Bereitschaftsschichten das Betriebsrisiko einseitig auf Mitarbeiter und die Fahrgäste verlagert.

Laut Aussage des Unternehmens NordWestBahn führte die Krankmeldung eines Lokomotivführers am Montag den 24.07.2017 zu Ausfällen auf der Linie RB 31 "Der Niederrheiner" zwischen Duisburg und Xanten.

Betriebsrisiko darf nicht auf Mitarbeiter und Fahrgäste verlagert werden

„Ein Verkehrsunternehmen hat das grundsätzliche Risiko des Ausfalls von Personal einzukalkulieren und an strategischen Punkten eine gewissen Menge an Bereitschaftsschichten vorzuhalten um kurzfristige Ausfälle zu minimieren“, so der GDL-Bezirksvorsitzende NRW Sven Schmitte. So handhaben es in NRW z.B. die Unternehmen Deutsche Bahn AG, Abellio Rail NRW GmbH und teilweise auch KEOLIS mit ihrer Marke Eurobahn. Schmitte: „Sich auf Unternehmensseite allein darauf zu verlassen, dass bei kurzfristigen Ausfall eines Lokführers andere Lokführer an ihrem notwendigen Ruhetag kurzfristig einspringen ist ein unhaltbarer Zustand für das Personal und die Fahrgäste.“ Die GDL in NRW weist schon lange darauf hin, dass Bereitschaftsschichten das Risiko langer Zugausfälle minimiert. „Plant ein Unternehmen gänzlich ohne diese Bereitschaften, verlagert es das Betriebsrisiko auf das Personal und die Fahrgäste“ so Schmitte.

Personalmangel wird ein immer größeres Problem

Die GDL in NRW warnt vor der immer größeren Personalnot im Bereich Lokomotivführer. Schmitte: „Bis 2027 verlassen NRW weit mindestens 650 Kolleginnen und Kollegen altersbedingt den Führerststand. Zusätzlich steigt die Zahl noch um die krankheitsbedingten Abgänge sowie um die Abgänge aus beruflicher Veränderung. Wenn nun nicht massiv in die Attraktivität des Berufsbildes und in Ausbildung investiert wird, sind Zugausfälle vorprogrammiert.“

Positiv hervorzuheben ist, dass die NordWestBahn neue Mitarbeiter eingestellt hat und diese aktuell zu Lokomotivführern ausbildet. „Das Unternehmen hat erkannt, dass eine knappe Personaldecke automatisch zu Engpässen führt und hat gegengesteuert“, so Sven Schmitte. Die GDL in NRW begrüßt die positive Entwicklung der Einstellungs- und Ausbildungszahlen. Dies darf jedoch kein kurzfristiges Ziel bleiben, denn die hohe Zahl der altersbedingten Abgänge trifft jedes Unternehmen in NRW. Sven Schmitte: „Zusätzlich muss auch der Bedarf für Bereitschaftsschichten mit eingerechnet werden, um das Risiko von Zugausfällen in Zukunft so minimal wie möglich zu halten.“


Weitere Links und Infos