GDL-Bezirk Hessen-Thüringen-Mittelrhein (HTM)

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Bezirk Hessen-Thüringen-Mittelrhein (HTM)

Schlagaustausch in der HNA

Zum 40-jährigen Amtsinhaberjubiläum von Günther Kinscher

Telegramm - Bezirk-HTM - 19.07.2017

Ein Bericht über den Besuch des GDL-Bundesvorsitzenden Claus Weselsky zum 40-jährigen Amtsinhaber-Jubiläum des ehemaligen stellvertretenden GDL-Bundesvorsitzenden Günther Kinscher löste in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) einen interessanten Schlagaustausch aus.

So warf das EVG-Mitglied Friedrich Schäfer aus Wildeck-Obersuhl in seinem Leserbrief „Die Gewerkschaft strotzt vor Egoismus“ einen Bumerang gegen die GDL. „Der Name Claus Weselsky wird bei vielen Bahnkunden nicht gerade zu Beifallsstürmen führen. War er es doch, der mit aller Hartherzigkeit zu fast zehntägigen Streiks der Lokführer führte. Die Reisenden waren wie so oft betroffen von der Einschränkung im Zugverkehr. Dass eine Gewerkschaft ihre Ziele auf Kosten anderer durchsetzt, ist wohl kein gewerkschaftliches Denken, es strotzt nur vor Egoismus (…).“

Der Bumerang kam – wie das Bumerangs so an sich haben – umgehend zurück. Günther Kinscher hatte die passende Antwort in seinem Leserbrief: „Kungelei, Verrat und Judaslohn“

Sehr geehrter Herr Schäfer, ihr Leserbrief offenbart zwei Probleme, welche Sie offensichtlich umtreiben. Die gewerkschaftlichen Erfolge der GDL und die Unzulänglichkeiten ihrer Gewerkschaft EVG seit der Bahnprivatisierung. Dass Streiks für Sie und ihre EVG ein Fremdwort sind, liegt auf der Hand. Die jahrelange Kungelei ihres Gewerkschaftsvorsitzenden Norbert Hansen mit dem Bahnvorstand auf dem Weg zum Börsengang, wurden auf dem Rücken der Eisenbahner ausgetragen und die Teilhabe an einer gerechten Lohnentwicklung verhindert.

Die GDL hatte mit ihren Streiks den „Gordischen Knoten“ aufgelöst und für erhebliche Lohnzuwächse gesorgt. Erinnert sei an den Tarifabschluss der EVG im Jahr 2007 mit 4,5 Prozent Lohnerhöhung. Die GDL hatte sich mit den Brosamen des Bahnvorstandes nicht abgefunden und Erhöhungen von über 10 Prozent mit langen Streiks durchgesetzt. (...)

Zu Ihren Hasstiraden am GDL-Bundesvorsitzenden Claus Weselsky kann ich nur sagen, den Judaslohn für den Verrat an den Eisenbahnern hat sich ihr ehemaliger Vorsitzender Norbert Hansen abgeholt, in dem er sein Gewerkschaftsmandat gegen einen Vorstandsposten bei der DB AG tauschte und dafür fürstlich entlohnt wurde. Claus Weselsky hatte ein gleiches Angebot kategorisch abgelehnt und für einen Bundesrahmentarifvertrag BuRa-ZubTV gekämpft. Ausschreibungen im Bahnverkehr werden zukünftig nicht mehr über Arbeitszeit und Lohn, sondern nur noch über Qualität entschieden. (...)

Sehr geehrter Herr Schäfer, wenn Sie einmal im Leben einer unbeugsamen und kämpferischen Gewerkschaft angehören möchten, kommen Sie zur GDL. Ich übernehme auch den Gewerkschaftsbeitrag für das erste Jahr.


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