GDL - Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

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» Schwarzfahren ist kein Bagatelldelikt

„Gehören Schwarzfahrer ins Gefängnis?“ titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 29. November 2017 zur Diskussion, ob Beförderungserschleichung strafbar sein soll. Aufgrund der hohen Kosten für die Verfahren einer ohnehin überlasteten Justiz und zur Vollstreckung könnte Schwarzfahren zum Bagatelldelikt degradiert werden. ... mehr

An der Entlastung des Zugpersonals führt kein Weg vorbei

GDL Aktuell - Voraus Editorial - 25.01.2017

Claus Weselsky

Tarifverhandlungen sind oftmals ein schwieriges Geschäft. Insbesondere bei der DB ist es wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. In sechs Runden, teilweise bis in die Nacht hinein, haben wir der DB klar aufgezeigt, dass die Lokomotivführer und Zugbegleiter entlastet werden müssen.

Nach fünf Tagen Arbeit sollte das, was für alle Beschäftigten gilt, die keinen kräfteraubenden Schichtdienst leisten, auch für das Zugpersonal gelten – zwei Tage Ruhe. Die DB behauptet, das sei nicht möglich. Im gleichen Atemzug beteuert sie jedoch: In diversen Projekten könne man das Modell „5+2“ gerne ausprobieren. Das heißt im Klartext eine Beerdigung erster Klasse. Nicht minder problematisch ist die Anrechnung der Senkung der Arbeitszeit um eine auf 38 Wochenstunden zum 1. Januar 2018, die wir bereits im Sommer 2015 tarifiert hatten. Die DB will uns dieses Volumen von 2,6 Prozent nochmals als Verhandlungsergebnis der aktuellen Tarifrunde unterjubeln, weil sie es erst jetzt ihrer Hausgewerkschaft verordnen konnte. Schlussendlich ist jetzt auch die EVG aufgewacht und hat die einstündige Arbeitszeitverkürzung zum 1. Januar 2018 in ihrer 2016er-Tarifrunde als geschichtliches Ereignis gefeiert. Verbesserungen bei der Dienstplangestaltung des Zugpersonals und verlässliche Planung der Freizeit wurden erst gar nicht gefordert, was niemanden verwundert, denn die DB hatte ja lang und breit mitgeteilt, dass sie dies nicht wünscht.

Mit uns wird es keine Beerdigung erster Klasse für die berechtigten Forderungen zur Verbesserung der Dienstplangestaltung geben. „Mehr Plan – mehr Leben“ steht nicht nur als Floskel im Forderungspaket, es ist uns ernst damit und das wissen nicht nur unsere Mitglieder.

Wir haben daher das Scheitern der Verhandlungen erklärt und zugleich die Schlichtung angerufen. Schlichter sind der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (GDL) und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (DB). Das bewährte Gespann will das dreiwöchige Schlichtungsverfahren mit einer Einigungsempfehlung abschließen. Am 1. Februar, bei gemeinsamer Verlängerung eine Woche später, ist dann die Nagelprobe. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Das Zugpersonal wird entlastet, denn das steht im Jahr 2017 für uns an erster Stelle. In diesem Sinne Ihnen und Ihrer Familie ein gutes neues Jahr. Claus Weselsky

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