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» Schwarzfahren ist kein Bagatelldelikt

„Gehören Schwarzfahrer ins Gefängnis?“ titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 29. November 2017 zur Diskussion, ob Beförderungserschleichung strafbar sein soll. Aufgrund der hohen Kosten für die Verfahren einer ohnehin überlasteten Justiz und zur Vollstreckung könnte Schwarzfahren zum Bagatelldelikt degradiert werden. ... mehr

In der Fläche regiert der Rotstift

GDL Aktuell - Voraus Editorial - 07.09.2016

Weselsky460

Liebe Kolleginnen und Kollegen, mehr Gewinn, mehr Fahrgäste, mehr Umsatz bei der DB. Vergessen ist der gepushte Milliardenverlust im vergangenen Jahr. Glaubt man der DB, wird mit „Zukunft Bahn“ alles besser.

Ein bisschen Klage über den Schienengüterverkehr und nach verlorenen Ausschreibungen, aber die gesteckten Ziele seien erreicht. Auch die Aussichten könnten rosig sein. Der Verkehr nimmt seit Jahren zu, und somit auch das Marktpotenzial der DB. Das wird sich auch noch lange nicht ändern. Der Haken dabei: Der Zug geht auf die Straße, denn das Herzstück der Bahn, die Infrastruktur, wird seit Jahrzehnten vernachlässigt.

Die DB steckt zwar Milliarden in „Leuchttürme“, in der Fläche regiert aber der Rotstift, trotz aller Sonntagsreden zur Verkehrsverlagerung. Geht das so weiter, macht die DB im Güterverkehr ihr Geschäft bald nur noch mit Schenker, denn der Laster ist ohnehin billiger. Und der Schnellbus wird weiterhin millionenschwer subventioniert. Gleichzeitig sollen Lokomotivführer durch durchmilliardenschwere Geisterzüge abgelöst werden. Dabei machen die Personalkosten keine fünf Prozent aus und wenn das Zugpersonal nicht Tag und Nacht mit Herz und Verstand im Einsatz wäre, wäre alles noch viel schlimmer. Auch dass die Konkurrenz auf der Schiene billiger fährt, haben wir mit unserem Flächentarifvertrag Zugpersonal weitgehend beseitigt.

Sicherer und pünktlicher Schienenverkehr kann nur durch stetige, hohe Investitionen in die Infrastruktur – und zwar in die Fläche, in neue zuverlässige Fahrzeuge und einen engmaschigen Taktfahrplan wieder hergestellt werden. Überhaupt müssen Schienen, Bahnhöfe, Energieversorgung und Fahrzeugwerkstätten zusammengeführt und aus der Gewinnerzielungspflicht herausgenommen werden. Damit hat der Schienenverkehr Zukunft und die Kunden haben eine wirkliche Alternative zur Straße. Dazu braucht es an der Spitze der DB Eisenbahner, die ihre Bahn lieben. Auch die Verkehrspolitik könnte mehr davon gebrauchen.

In einem ganz anderen Zusammenhang lassen wir ab dieser Ausgabe Eisenbahner zu Wort kommen. In einer neuen Serie berichten GDL-Bezirksvorsitzende und Betriebsratsmitglieder über die Zusammenarbeit mit maßgeblichen NE-Bahnen und privaten Schienengüterverkehrsunternehmen in Deutschland. Ein interessanter Blickwinkel.

Interessante Blickwinkel finden Sie auch im GDL-Bildwandkalender. Die GDL konnte hierbei an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpfen. Unter dem Motto „Von GDLern für GDLer“ hatten die GDL-Mitglieder wieder Tausende hochwertige Bilder zum Fotowettbewerb für den GDL-Bildwandkalender geschickt und so wird der Kalender wieder ein Schmuckstück für den Dienst und zu Hause. Ein herzliches Dankeschön dafür.
Claus Weselsky

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