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Liebe Kolleginnen und Kollegen, „es ist höchste Zeit, konsequent umzusteuern: Zukunft Bahn – Gemeinsam für mehr Qualität, mehr Kunden, mehr Erfolg“. Diese Maxime gibt Herr Grube nach nunmehr über sechs Jahren als DB-Vorstandsvorsitzender aus. ... mehr

Die Zukunft der Eisenbahn

Voraus Editorial - GDL Aktuell - 04.02.2016

Claus Weselsky

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „es ist höchste Zeit, konsequent umzusteuern: Zukunft Bahn – Gemeinsam für mehr Qualität, mehr Kunden, mehr Erfolg“. Diese Maxime gibt Herr Grube nach nunmehr über sechs Jahren als DB-Vorstandsvorsitzender aus. Das Ziel begrüßen wir als GDL, allerdings nicht uneingeschränkt, denn eigentlich müsste es um die Zukunft des Eisenbahnsystems gehen und nicht nur um die Zukunft des DB-Konzerns.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge sind eine Katastrophe. Immer mehr Kunden wechseln zur Straße. Die Ursachen liegen im miserablen Zustand der gesamten Eisenbahninfrastruktur.

Auch bei der Beseitigung der Misere scheiden sich in vielen Punkten die Geister. Das fängt schon mit den Anreizen zu pünktlichen Zügen an. „Boni für nichts“ titelte das Manager-Magazin dazu treffend. So erhält der Vorstand ein Viertel der 6,8 Millionen Euro Boni bereits, wenn 80 Prozent der Fern- und 74 Prozent der Güterzüge pünktlich sind. Aber erst bei mindestens 85 Prozent Anschlusspünktlichkeit würden neun von zehn Fahrgästen ihren Anschlusszug erreichen. Das reicht somit nicht, also darf es keinesfalls 100 Prozent Boni für diesen Bereich geben.

Statt nun das Netz mit einem vernünftigen Taktfahrplan auszubauen, wie das die Schweizer seit Jahrzehnten erfolgreich tun, soll gespart werden - und in der Schweiz kann man die Uhr nach den Zügen stellen, so pünktlich sind sie. Prestigeobjekte sind dazu nicht geeignet. Es muss viel mehr in eine zusammengeführte Infrastruktur investiert werden, denn nur dadurch kann die Schiene auch ihre Systemvorteile entfalten.

Und wo soll denn nun eigentlich gespart werden? Beim Zugpersonal, so wie immer, ist die Denke des DB-Vorstands. Er will wieder einmal Projektgesellschaften ausgliedern, damit er billigere Löhne zahlen kann. Dabei geben Lokomotivführer und Zugbegleiter seit Jahren wirklich alles, damit die Züge pünktlich und zuverlässig sind. Die Führungskräfte haben ganz offensichtlich verlernt, Eisenbahn zu organisieren.

Deshalb werden wir mit unserem Flächentarifvertrag die Einkommens- und Arbeitszeitbedingungen erhalten und eben nicht abbauen, auch beim Marktführer DB nicht. Claus Weselsky

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