» Ein guter Tag für das Zugpersonal

Liebe Kolleginnen und Kollegen, für viele Menschen war der 12. September 2017 ein Tag wie jeder andere. Doch für die Lokomotivführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen, Disponenten, Trainer und Instruktoren bedeutete dieser Dienstag weitaus mehr: Mit dem Tag des Zugpersonals zeigten die GDL-Mitglieder bundesweit Flagge ... mehr

Abellio

Klassische Win-win-Situation

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 20.12.2016

Konstruktive Tarifverhandlungen zwischen GDL (li.) und Abellio (re.) am 19. Dezember 2016 in Frankfurt <span class='fsource'>Foto:  Gerda Seibert</span>
Konstruktive Tarifverhandlungen zwischen GDL (li.) und Abellio (re.) am 19. Dezember 2016 in Frankfurt Foto: Gerda Seibert

„Wenn wir im Januar 2017 die Tarifverträge abschließen, wird der letzte weiße Fleck in der GDL-Tariflandschaft verschwunden sein“, so der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, nach den gestrigen gut zehnstündigen Verhandlungen mit den Abellio-Unternehmen in Frankfurt. Da jedoch mehrere Details offen sind, haben die Tarifvertragsparteien noch entsprechende Vorarbeiten für den Tarifabschluss vereinbart.

Nach diesem Abschluss wird der GDL-Flächentarifvertrag für das Zugpersonal in allen bedeutenden Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland gültig sein. Gleichzeitig wird Abellio mit dem Flächentarifvertrag attraktiver für Lokomotivführer, Zugbegleiter und Disponenten. „Wir erhöhen mit diesem Tarifabschluss die Chance, gut qualifiziertes Zugpersonal auf einem leergefegten Stellenmarkt zu akquirieren“, so der Geschäftsführer der Abellio Rail NRW GmbH Ronald R. F. Lünser. Während üblicher Weise die GDL die Unternehmen zu Tarifverhandlungen auffordert, war es bei Abellio umgekehrt.

Auf Nachhaltigkeit ausgerichtet

Dass das Unternehmen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, hat das Tarifergebnis zur Arbeitszeitverkürzung gezeigt. Die GDL hat mit Abellio vereinbart, dass die Belastung der Mitarbeiter aus der Schichtarbeit reduziert wird. Ebenso wird es eine deutliche Verbesserung der Arbeitszeitparameter geben. Details dazu werden noch in den Haustarifverträgen verhandelt. Durch ein Nachwuchsprogramm für auszubildende Lokomotivführer werden die Tarifergebnisse mit einer vernünftigen Personalplanung untersetzt.

In zügigen und lösungsorientierten Tarifrunden wurden die bisherigen Entgelte in das berufsorientierte Entgeltsystem des Flächentarifvertrags überführt, was dazu führt, dass die Berufserfahrung maßgebliches Eingruppierungsmerkmal ist. Die Überleitungsregelungen dazu werden noch im Detail verhandelt. Zur Belastungssenkung wurde ein Zeitzuschlag für Nachtarbeit eingeführt. Verbesserungen hat die GDL zudem beim Schutz bei gesundheitsbedingter Fahrdienstuntauglichkeit erreicht. Außerdem tritt die Abellio-Gruppe den beiden Betreiberwechseltarifverträgen bei. Damit ist ein geordneter Übergang zum neuen Betreiber nach verlorenen Verkehrsleistungen gewährleistet und die Angst um den Arbeitsplatz gehört der Vergangenheit an. „Von diesen nachhaltigen Vereinbarungen werden das Zugpersonal, Abellio und die GDL gleichermaßen profitieren – wir haben eine klassische Win-win-Situation“, stimmten Weselsky und Lünser überein.

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