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Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Bundesverfassungsgericht hat das Tarifeinheitsgesetz (TEG) zwar nicht in Bausch und Bogen abgelehnt. Es hat jedoch klargestellt, dass Zwangstarifeinheit nicht mit der Verfassung vereinbar ist. Die Koalitionsfreiheit und das Arbeitskampfrecht von Berufsgewerkschaften werden nicht eingeschränkt. ... mehr

Rote Karte für die Hooligans

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 14.10.2016

Die Fußball-Bundesliga ist attraktiver denn je. Jede Woche strömen Zehntausende Fans in die Stadien, um ihre Mannschaft mit Fahnen, Sprechchören und ausgefeilten Choreographien friedlich zu unterstützen. Doch leider gibt es neben den echten Fans auch solche, die den Sport nur als Vorwand nutzen, um ihre aggressiven Neigungen rücksichtslos auszuleben.

Immer wieder, und in jüngster Zeit vermehrt, verursachen Hooligans schon während der Anfahrt zu den Spielen massive Zerstörungen an den Zügen und scheuen auch vor körperlicher Gewalt gegenüber Zugbegleitern und weiteren Bahnmitarbeitern nicht zurück. An annähernd jedem Spieltag gehen in den Leitstellen Meldungen über zum Teil gravierende gewaltbedingte Vorfälle in den Zügen ein.

Sanktionen ausschöpfen, Strafen umsetzen

Aus Sicht der GDL sind die Funktionäre der Verbände und Vereine mit der Beurteilung der von den Hooligans ausgehenden Gefahren überfordert. Gewalttäter lediglich mit einem Beförderungsverbot der Eisenbahn zu belegen, reicht nicht aus. Stattdessen müssen bestehende Sanktionen voll ausgeschöpft und weitere Maßnahmen ergriffen werden. Der Deutsche Fußball-Bund ist dringend aufgerufen, Strafen wie langjährige Stadionverbote nicht nur anzudrohen, sondern auch konsequent umsetzen. Seitens der Eisenbahnen sind die Täter konsequent anzuzeigen und ausnahmslos zur Kasse zu bitten.

Verhängte Fahrtausschlüsse sind mit einer ausreichenden Anzahl zusätzlichen Sicherheitspersonals und der Begleitung durch die Bundespolizei in den im Vorfeld bekannten Zügen sicherzustellen. Dabei muss das Zugbegleitpersonal bei seiner Arbeit unterstützt werden. Des Weiteren sind Aufzeichnungsmöglichkeiten wie Videokameras in Zügen und Bahnhöfen sowie Bodycams nicht nur geeignete Hilfsmittel, sondern zwingende Grundausstattung, um der steigenden Gewalt wirkungsvoll zu begegnen.

Sicherheit und Ordnung gewährleisten

Eine Vorverurteilung aller Fußballfans in Deutschland ist der falsche Weg. Gut bewährt haben sich Sonderzüge für Fußballfans. Sie entlasten nicht nur den Regionalverkehr, sondern ermöglichen durch die klare Bestellung von Sicherheitspersonal zugleich einen besseren, weil sicherheitssteigernden Umgang mit anreisenden, potentiell gewaltbereiten Fangruppen.

Der öffentliche Nahverkehr ist ein probates Mittel, um die Fans umweltschonend und schnell in die Stadien zu befördern. Damit dies auch weiterhin so bleibt, fordert die GDL die Rote Karte für die Hooligans. Sie appelliert an die verantwortlichen Politiker aus dem Innenministerium und dem Justizministerium, dem sich in zunehmender Gewalt äußernden, ausufernden Wertewandel der Gesellschaft endlich konsequente Maßnahmen entgegenzusetzen. Ziel muss es sein, die Mitarbeiter der Eisenbahnen, die vielen friedlichen Fans und alle weiteren Reisenden zu schützen und konsequent und nachhaltig die Sicherheit und Ordnung wieder zu gewährleisten.


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