» Weselsky mit 95 Prozent wiedergewählt

Claus Weselsky heißt der alte und neue Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Er wurde am 9. Mai 2017 in Ludwigshafen von 95 Prozent der rund 200 Delegierten in der Generalversammlung unter dem Motto „Mit Tradition in die Zukunft – 150 Jahre GDL“ wiedergewählt. ... mehr

In ganz Deutschland müssen die Arbeitsbedingungen für das Zugpersonal verbessert werden

Voraus Editorial - GDL Aktuell - 30.01.2015

GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ein Vierteljahrhundert ist der Mauerfall her. Er war der Grundstein für die Gründung der GDL-DDR. Dadurch konnten am 24. Januar 1990 rund 100 Lokomotivführer in Halle an der Saale entscheidende Weichen für eine starke GDL stellen und in kürzester Zeit die Lebens- und Arbeitsbedingungen unserer dortigen Lokomotivführer gravierend verbessern.

Aufgrund ihrer hervorragenden Arbeit waren bereits Ende Dezember 1990 über 90 Prozent der rund 18 000 Lokomotivführer und Anwärter der Deutschen Reichsbahn in der GDL-DDR organisiert. Diese Leistung ist unbezahlbar. Sie beweist einmal mehr, dass sich Mut und Engagement lohnen. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung gehört die Aufteilung von Ost und West in der GDL jedoch längst der Vergangenheit an. Sie bildet eine Einheit und die GDL ist die GDL für ganz Deutschland. Egal ob in den alten oder in den neuen Bundesländern, egal ob bei der DB oder den NE-Bahnen, überall müssen die Arbeitsbedingungen für das Zugpersonal durch eine starke Gewerkschaft dringend verbessert werden.

Und dabei ist das geplante Gesetz zur Tarifeinheit pures Gift. Kommt die Tarifeinheit, könnten wir für unser Zugpersonal bei der DB keine Tarifverträge mehr schließen -- und das obwohl sogar die Mehrheit des Zugpersonals in deren Eisenbahnverkehrsunternehmen bei uns Mitglied ist. Es geradezu ungeheuerlich, dass der Gesetzgeber die kleineren Gewerkschaften um ihre Existenz bringen will, denn die Arbeitgeber werden die Betriebe in jedem Fall so zuschneiden, dass die kleineren, schlagkräftigeren Gewerkschaften außen vor bleiben. Die große Koalition verstößt mit diesem Gesetz eindeutig gegen die grundgesetzlich geschützte Koalitionsfreiheit. Das wurde auch auf der dbb-Jahrestagung in Köln deutlich. Wir werden zusammen mit unserem Dachverband alles tun, um das Gesetz zur Tarifeinheit zu verhindern oder, wenn es durchgewunken wird, wieder abzuschaffen. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht ist dabei vorprogrammiert. Die GDL muss somit schon wieder dicke Bretter bohren.

Das gilt auch für die Vertretung bei den Aufsichtsratswahlen. Hier konnten wir schon erste Erfolge erzielen. Bei den Delegiertenwahlen zum Aufsichtsrat der DB Fernverkehr konnten wir unser ausgezeichnetes Ergebnis von 2010 sogar noch steigern und bei DB Regio in etwa halten. Bei DB Schenker Rail mussten wir jedoch den Verlust einiger Mandate hinnehmen. Das letzte Wort werden jedoch die Delegierten bei der Wahlversammlung im März 2015 in Berlin haben. Die GDL bedankt sich an dieser Stelle recht herzlich für Ihr Vertrauen. Jetzt ist unsere vordringlichste Aufgabe, die Tarifverträge für das gesamte Zugpersonal abzuschließen und die Arbeits- und Einsatzbedingungen entscheidend zu verbessern. Auch dabei werden wir das in uns gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen.
Claus Weselsky

» Download Artikel als PDF


Mehr zum Thema Flächentarifvertrag


Weitere Links und Infos
;