» Die Zukunft der Eisenbahn

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „es ist höchste Zeit, konsequent umzusteuern: Zukunft Bahn – Gemeinsam für mehr Qualität, mehr Kunden, mehr Erfolg“. Diese Maxime gibt Herr Grube nach nunmehr über sechs Jahren als DB-Vorstandsvorsitzender aus. ... mehr

Streikinformationen für Reisende

Telegramm - GDL Aktuell - 19.05.2015


Liebe Fahrgäste, auf Initiative der GDL fanden ab vergangenen Freitag, dem 15. Mai 2015, Tarifverhandlungen mit der DB AG statt. Diese waren bis Sonntagabend geplant und hatten das Ziel, ein belastbares Zwischenergebnis zu erzielen oder wenigstens die Grundlagen für eine Schlichtung zu schaffen. Eigens dazu hat die GDL einen Schlichtungstarifvertrag entworfen und dem Arbeitgeber übergeben. Doch wie leider schon gewohnt, hat die DB die Lösungsvorschläge der GDL auch diesmal nicht verhandelt.

Stattdessen hat sie die Tarifverhandlungen am Samstag einseitig abgebrochen. In einem Schreiben teilte die DB der GDL unmissverständlich mit, dass sie nicht mehr verhandelt, sondern nur noch schlichten will. Dabei wollte sie uns die Inhalte einer Schlichtung diktieren und ging danach einfach nach Hause. Unglaublich, denn bereits im April hat die DB zwei Verhandlungstermine grundlos abgesagt.

Die DB-Verhandlungsführung streikt somit erneut bei den Tarifverhandlungen zu unseren Lasten als Zugpersonal der DB, aber vor allem zu Ihren Lasten als Kunde der Bahn und als Steuerzahler – und deshalb bestreiken wir als DB-Lokomotivführer und Zugbegleiter unseren Arbeitgeber Deutsche Bahn AG. Dies wirkt sich unangenehm auf Sie und Ihre persönliche Reiseplanung aus. Wir bedauern das sehr, denn wir wissen, welchen Beeinträchtigungen Sie dadurch ausgesetzt sind. Sie dürfen uns glauben, dass wir Sie als Lokomotivführer und Zugbegleiter viel lieber rund um die Uhr sicher, pünktlich und bequem ans Ziel bringen würden. Und sobald die Deutsche Bahn ihre perfide Hinhaltetaktik aufgibt und endlich anfängt, ernsthaft mit uns über einen Flächentarifvertrag für das gesamte Zugpersonal zu verhandeln und ihn auch abschließen will, sind alle Streiks sofort vom Tisch! Die GDL hat in den Verhandlungen durch eigene Kompromissvorschläge immer wieder vergeblich versucht, eine Lösung zu finden.

Wir kämpfen für dringende Verbesserungen unserer Entgelt- und Arbeitszeitbedin-gungen, die alles andere als zufriedenstellend sind, und fordern:

  • eine Erhöhung des Entgelts um fünf Prozent,
  • eine einstündige Arbeitszeitverkürzung auf 38 Stunden pro Woche,
  • eine Belastungssenkung durch Beschränkung der Überstunden,
  • die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf,
  • mehr Wertschätzung durch Gewinnbeteiligung.

Doch nach 17 Tarifrunden gab es bisher null Lohnerhöhung, null Verbesserungen bei den Arbeitszeitanrechnungen, null Wertschätzung und null Reduzierung der Belastung

DB verhandelt, ohne Ergebnisse erzielen zu wollen

Auch in der Verhandlung am Wochenende wollte die DB keine Zwischenergebnisse schriftlich fixieren. Stattdessen will sie verhandeln, ohne Ergebnisse erzielen zu wollen. Die DB will den Tarifkonflikt aussitzen. Seit dem 23. Februar gibt es nachweislich keine Zwischenergebnisse mehr.

Angriff auf die Grundrechte der Arbeitnehmer

Die GDL versucht in dieser Tarifauseinandersetzung, die DB mit Argumenten und eigenen Lösungsvorschlägen davon zu überzeugen, dass sie das Recht hat ihre Mitglieder gemäß Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz zu vertreten. Die Mehrheit des Zugpersonals hat sich für eine Mitgliedschaft in der GDL entschieden. Als GDL fordern wir selbstverständlich nur für unsere GDL-Mitglieder im Bereich des Zugpersonals, und nicht wie oft behauptet, für alle Lokführer und Zugbegleiter im DB-Konzern einen Tarifvertrag. Genauso kann auch die andere Gewerkschaft einen Tarifvertrag für ihre Mitglieder fordern. Über das Grundrecht, Tarifverträge für die Mitglieder abschließen zu dürfen, kann auch keine Schlichtung entscheiden. Eine Schlichtung kann nur Inhalte der Tarifforderungen thematisieren.
Doch die DB wartet anscheinend auf das Gesetz zur Tarifeinheit. Ein Gesetz, wel-ches übrigens nicht nur starke Berufsgewerkschaften schwächen soll – und somit die Rechte von Arbeitnehmern insgesamt schwächen würde. Es ist der Versuch der Bundesregierung das Streikrecht lahmzulegen, der auch Sie treffen könnte.

Champagner für den Vorstand, trocken Brot für das Zugpersonal

Das Zugpersonal, das tagtäglich für Sie als Fahrgäste im Einsatz ist, lässt sich nicht weiter hinhalten, insbesondere nachdem sich der DB-Vorstand gerade so üppige Boni gesichert hat. Die DB hat bisher nichts gezeigt, sondern lässt Fahrgäste und Güterkunden verantwortungslos im Regen stehen. Sie allein hat es deshalb zu verantworten, dass es nun zu weiteren Arbeitskämpfen kommt.

Wir bitten Sie herzlich darum, unseren heute diensthabenden Kolleginnen und Kollegen mit Geduld und Verständnis entgegenzutreten. Wir nehmen unsere wohlverstandenen und grundgesetzlich garantierten Rechte in Anspruch und setzen uns mit unserer Gewerkschaft GDL für einen angemessenen Flächentarifvertrag für das Zugpersonal ein.

Für konkrete Fragen zum Bahnverkehr wenden Sie sich bitte an die
Servicehotline der DB AG unter 0800 0 99 66 33.

» Reisendeninformation


Mehr zum Thema Flächentarifvertrag


Weitere Links und Infos