» Weselsky mit 95 Prozent wiedergewählt

Claus Weselsky heißt der alte und neue Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer. Er wurde am 9. Mai 2017 in Ludwigshafen von 95 Prozent der rund 200 Delegierten in der Generalversammlung unter dem Motto „Mit Tradition in die Zukunft – 150 Jahre GDL“ wiedergewählt. ... mehr

Streikinformationen für Reisende

Telegramm - GDL Aktuell - 05.05.2015


Liebe Fahrgäste, die DB-Verhandlungsführung streikt bei den Tarifverhandlungen – und deshalb bestreiken wir als DB-Lokomotivführer und Zugbegleiter unseren Arbeitgeber Deutsche Bahn AG. Dies wirkt sich unangenehm auf Sie und Ihre persönliche Reiseplanung aus. Wir bedauern das sehr, denn wir wissen, welchen Beeinträchtigungen Sie dadurch ausgesetzt sind.

Sie dürfen uns glauben, dass wir Sie als Lokomotivführer und Zugbegleiter viel lieber rund um die Uhr sicher, pünktlich und bequem ans Ziel bringen würden. Und sobald die Deutsche Bahn ihre perfide Hinhaltetaktik aufgibt und endlich anfängt, ernsthaft mit uns über einen Flächentarifvertrag für das gesamte Zugpersonal zu verhandeln und ihn auch abschließen will, sind alle Streiks sofort vom Tisch! Die GDL hat in den Verhandlungen durch eigene Kompromissvorschläge immer wieder vergeblich versucht, eine Lösung zu finden.

Wir kämpfen für dringende Verbesserungen unserer Entgelt- und Arbeitszeitbedingungen, die alles andere als zufriedenstellend sind, und fordern:

  • eine Erhöhung des Entgelts um fünf Prozent,
  • eine einstündige Arbeitszeitverkürzung auf 38 Stunden pro Woche
  • eine Belastungssenkung durch Beschränkung der Überstunden,
  • die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf,
  • mehr Wertschätzung durch Gewinnbeteiligung.

Doch nach 16 Tarifrunden fehlen immer noch Ergebnisse in zentralen Fragen. Ein Angebot des Arbeitgebers nach dem letzten Spitzengespräch ist völlig unzureichend:

  • rund 3,5 Prozent Entgelterhöhung für einen Tarifabschluss über 30 Monate,
  • kein Angebot zur Absenkung der Arbeitszeit,
  • kein Angebot zur Belastungssenkung für das Zugpersonal,
  • kein Angebot zur Begrenzung von Überstunden,
  • kein Angebot zur Ergebnisbeteiligung.

Lokrangierführer dürfen keine Lokführer 2. Klasse sein

Aktuell sollen Lokrangierführer, also Lokomotivführer im Rangierdienst im Bahnhof und auf Strecken außerhalb des Bahnhofs, nicht mit der GDL tarifiert werden, obwohl sie nichts anderes tun, als Züge zu führen. Die DB will die Lokomotivführer eindeutig mit aller Macht spalten und die Lokrangierführer weiter als billigen Jakob im Tarifvertrag verankern. Damit will sie weiterhin die Möglichkeit haben, die betroffenen Kollegen dauerhaft mit abgesenkten Löhnen einzusetzen. Das ist nichts anderes als Lohndumping im eigenen Konzern – und das mit nachweislich steigender Tendenz.

Keine Ergebnisse mit der DB AG seit 23. Februar 2015

Immer wieder behauptet die DB, sie müsse prüfen und bewerten, macht zuerst Zugeständnisse und dann wieder eine Rolle rückwärts. Sie behauptet, in den Verhandlungen auf einem guten Weg zu sein. Das Gegenteil ist der Fall: Es gibt nachweislich seit dem 23. Februar 2015 keine schriftlich fixierten Zwischenergebnisse und in den letzten Verhandlungen am 17. April 2015 sollte die GDL sogar unterzeichnen, dass die Bahn alle Vereinbarungen wieder zurücknehmen könne. Statt Ergebnisse zu erzielen, will sie den Tarifkonflikt so lange aussitzen, bis das Gesetz zur Tarifeinheit in Kraft tritt.

Doch die Zeiten des Prüfens, Bewertens und Aushebelns sind vorbei. Das Zugpersonal braucht dringend eine Senkung der Belastung. Die Überstunden müssen begrenzt, Ruhetagsregelungen verbessert und die Wochenarbeitszeit gesenkt werden. Und schließlich steht noch eine Entgelterhöhung auf dem Programm.

Champagner für den Vorstand, trocken Brot für das Zugpersonal

Das Zugpersonal, das tagtäglich für Sie als Fahrgäste im Einsatz ist, lässt sich nicht weiter hinhalten, insbesondere nachdem sich der DB-Vorstand gerade so üppige Boni gesichert hat. Die DB hat bisher nichts gezeigt, sondern lässt Fahrgäste und Güterkunden verantwortungslos im Regen stehen. Sie allein hat es deshalb zu verantworten, dass es nun zu weiteren Arbeitskämpfen kommt.

Wir bitten Sie herzlich darum, unseren heute diensthabenden Kolleginnen und Kollegen mit Geduld und Verständnis entgegenzutreten. Wir nehmen unsere wohlverstandenen und grundgesetzlich garantierten Rechte in Anspruch und setzen uns mit unserer Gewerkschaft GDL für einen angemessenen Flächentarifvertrag für das Zugpersonal ein.

Für konkrete Fragen zum Bahnverkehr wenden Sie sich bitte an die
Servicehotline der DB AG unter 0800 0 99 66 33.

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