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Schlichtungsverfahren zwischen GDL und Deutscher Bahn beginnt

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 27.05.2015

Unter Vorsitz des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und des ehemaligen Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck, beginnt heute das Schlichtungsverfahren zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn.

„Ziel der GDL ist es, mit Hilfe des Schlichtungsverfahrens nun endlich auch die dringend notwendigen und rechtmäßigen materiellen Forderungen des Zugpersonals in einem Flächentarifvertrag einer tragfähigen Lösung zuzuführen“, so Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der GDL. „Das Ergebnis der Schlichtung ist, was die Inhalte betrifft, aber offen und am Ende werden die Gremien der GDL zu bewerten und zu entscheiden haben. Dabei steht das Interesse der GDL-Mitglieder im Vordergrund, denn sie haben den Flächentarifvertrag für das gesamte Zugpersonal mit insgesamt neun Streikmaßnahmen erkämpfen müssen.“

Dreiwöchige Schlichtung vereinbart

Vorgesehen ist, dass die Schlichtung drei Wochen, also bis zum 17. Juni 2015 dauert. Von der GDL wurde Bodo Ramelow und von der DB Matthias Platzeck als Schlichter berufen. Daneben werden für die GDL und die DB je drei stimmberechtigte Mitglieder an dem Schlichtungsverfahren teilnehmen. Während des Verfahrens ist Stillschweigen für alle Beteiligten vereinbart.

Zugpersonal braucht dringlich Verbesserungen

„Durch die bisherige, vor allem vollkommen unnötige Blockade der DB, ist fast ein Jahr verstrichen, ohne das die dringend notwendigen Verbesserungen bei Arbeitszeit und Schichtrhythmen für das Zugpersonal verhandelt oder gar vereinbart werden konnten“ so Weselsky weiter. „Nun muss die DB in der Schlichtung beweisen, dass sie zu den am 21. Mai 2015 unterschriebenen Ergebnissen steht, sowohl im Interesse der Bahnkunden, aber vor allem auch im Interesse des Zugpersonals im DB-Konzern. Direkt vor dem Inkrafttreten eines gewerkschaftsfeindlichen Tarifeinheitsgesetzes wird die DB wohl nicht umhin kommen, auch unterschiedliche Tarifverträge für das Zugpersonal zu akzeptieren.“

Im Schlichtungsverfahren geht es um die inhaltlich entscheidenden Punkte für das Zugpersonal:

  • Obwohl Lokomotivführer und Zugbegleiter nur 15 Prozent der 200.000 DB-Beschäftigten in Deutschland ausmachen, entfallen auf sie vier Millionen der insgesamt sieben Millionen Überstunden und Urlaubsrückstände. Allein die Lokomotivführer schieben drei Millionen Stunden vor sich her, was rund 1.800 Vollzeitstellen entspricht. Lediglich 300 Lokomotivführer will die DB zusätzlich einstellen. Deshalb müssen die Überstunden auf maximal 50 im Jahr begrenzt werden, damit der absichtlich herbeigeführte und seit Jahren in Kauf genommene Personalmangel beendet und endlich mehr Zugpersonal eingestellt wird.
  • Durch den unregelmäßigen Schichtdienst kann das Zugpersonal Familie und Beruf ohnehin nur schwer vereinbaren. Daher sind Verbesserungen bei den Ruhetagen, der Schichtfolge sowie der Anrechnung der Arbeitszeit unabdingbar. Allein bei Nachtarbeit ist für die Gesundheit der stark belasteten Kollegen ein Zeitzuschlag allemal wichtiger als Geld.
  • Die Wochenarbeitszeit ist um eine Stunde auf 38 Stunden zu verringern, das schafft mehr Raum für Familie, Freizeit und Freunde.
  • Schließlich fordert die GDL fünf Prozent mehr Tabellenentgelt.


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