» DB-Tarifverhandlungen: Altes Angebot – neu erklärt

Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will. ... mehr

Vorläufig kein Streik bei der Deutschen Bahn

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 23.02.2015

Trotz der gescheiterten Tarifverhandlungen fanden am 22. und 23. Februar 2015 intensive Spitzengespräche zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn statt. Im Ergebnis unterzeichneten beide Seiten heute ein Verhandlungsprotokoll, in dem die Eckpunkte der neuen Tarifstruktur geregelt sind. Damit beginnen am 26. Februar 2015 nunmehr die Tarifverhandlungen über die materiellen Inhalte für die Berufsgruppen Lokomotivführer, Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten und Trainer.

„Es ist gut, dass die Hängepartie für Bahnreisende und Mitarbeiter des DB-Konzerns vorläufig beendet ist“ stellte der Bundesvorsitzende der GDL, Claus Weselsky, fest. „Doch es hätte gar nicht so weit kommen müssen, wenn die DB von Anfang an ernsthaft an der Umsetzung ihrer Zusagen vom 17. Dezember 2014 mit der GDL verhandelt hätte. Mit dem Verhandlungsprotokoll und den Tarifvertragsentwürfen der GDL vom 9. Februar 2015 ist nun endlich eine arbeitsfähige Grundlage für die materiellen Verhandlungen geschaffen“, so Weselsky weiter. Die Gremien der GDL hatten am 18. Februar 2015 mit ihrem einstimmigen Beschluss für weitere Arbeitskämpfe deutlich gemacht, dass sie nicht bereit sind, eine weitere Verzögerung der Verhandlungen in Kauf zu nehmen.

Flächentarifvertrag für das Zugpersonal bei der DB AG

Mit dem heute unterzeichneten Verhandlungsprotokoll haben die DB und die GDL festgelegt, dass es einen Flächentarifvertrag für die GDL-Mitglieder des Zugpersonals geben wird, der in der Struktur den Forderungen der GDL vorbehaltlich einer Gesamteinigung entsprechen wird. Gleichzeitig hat die DB AG auf ihre bisherigen Vorbedingungen zum Abschluss eines solchen Tarifvertrages verzichtet. Damit können nun unverzüglich die Verhandlungen über die materiellen Inhalte der Tarifverhandlungen aufgenommen werden.

Zugpersonal braucht Entlastungen

„Neben einer angemessenen Erhöhung der Einkommen braucht das Zugpersonal dringlich Verbesserungen bei der Arbeitszeit. Allein Lokomotivführer und Zugbegleiter bei der DB AG haben vier Millionen Mehrleistungsstunden angesammelt, dies zu Lasten von Familie und Freizeit. Hier muss schnellstmöglich eine deutliche Entlastung geschaffen werden“, so Weselsky zu den nun anstehenden inhaltlichen Tarifverhandlungen. Das Zugpersonal wird die DB hier an ihrer eigenen Aussage messen, einer der Top-Arbeitgeber bis zum Jahr 2020 werden zu wollen.

GDL-Mitglieder weiter kampfbereit

Die bereits angelaufenen Maßnahmen für einen Streik Mitte dieser Woche sind nunmehr gestoppt. Die Mitglieder der GDL waren erneut bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen und werden dies auch in Zukunft sein. Sie stehen geschlossen zu ihren Forderungen. „Diese Entschlossenheit, auch unter den bekannten schwierigen Rahmenbedingungen, ist eine ganz besondere Leistung, die deutlich macht, dass solidarisches Verhalten in einer Gewerkschaft nicht auf das Abstellgleis gehört“ so Weselsky.


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