» DB-Tarifverhandlungen: Altes Angebot – neu erklärt

Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will. ... mehr

Deutsche Bahn

Kündigung der GBV MAS kein Grund zur Freude

Aushang Report - GDL Aktuell - 07.12.2015

Mit der allseits bekannten Mehrheit im Gesamtbetriebsrat (GBR) bei DB Fernverkehr wurde 2013 die Gesamtbetriebsvereinbarung Mitarbeiteranreizsystem (GBV MAS) gegen die Stimmen der GDL-Gesamtbetriebsräte beschlossen. Bereits zu diesem Zeitpunkt stuften die GDL und ihre Gesamtbetriebsräte MAS als ungerecht, ungeeignet und willkürlich ein, da eine echte und nachvollziehbare Anerkennung des täglichen Einsatzes des Zugpersonals nicht gegeben ist.

Umso verwunderlicher, dass Anfang November unsere Gewerkschaftskonkurrenz urplötzlich eine Kehrtwende um 180 Grad vollzog und die Probleme anprangerte, welche die GDL von vornherein öffentlich gemacht hatte. Damit aber nicht genug: Eben jene Mehrheit im GBR DB Fernverkehr, die die GBV MAS 2013 gegen die Stimmen der GDL unbedingt durchdrücken musste, hat auf der Sitzung des GBR DB Fernverkehr am 2. Dezember 2015 genau diese Gesamtbetriebsvereinbarung zum 31. März 2016 gekündigt.

Ein Grund zur Freude ist die Kündigung dennoch nicht: Die GBV MAS besitzt keine Nachwirkung, sodass der größte Teil des Zugpersonals ab April 2016 keine zusätzlichen Zahlungen mehr erhalten wird. Nur wenige Kollegen werden dann noch unter die Regelungen des UmsatzTV der EVG fallen. Dies hätte vermieden werden können, wäre der EVG-geführte Gesamtbetriebsrat einem Antrag der GDL gefolgt, die GBV MAS erst zum 30. September 2016 zu kündigen. Dann hätte es einen ausreichenden Zeitraum für die Tarifvertragsparteien gegeben, eine Nachfolgeregelung zu tarifieren, um zu verhindern, dass gar keine Zahlungen mehr erfolgen.

Durch eine abermalig vorschnelle und nicht durchdachte Handlung des EVG-geführten GBR DB Fernverkehr bleibt vielen Beschäftigten im Bordservice jetzt nur die Hoffnung auf eine schnelle Nachfolgeregelung entsprechend den langjährigen Forderungen der GDL. Eine Interessenvertretung im Sinne aller Beschäftigten sieht definitiv anders aus!

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