» DB-Tarifverhandlungen: Altes Angebot – neu erklärt

Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will. ... mehr

Deutsche Bahn boykottiert Verhandlungen

Aushang Report - GDL Aktuell - 18.05.2015

Auf unsere Initiative fanden in Berlin ab Freitag Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn statt. Diese waren bis Sonntagabend terminiert und hatten zum Ziel, die Grundlagen für eine Schlichtung zu schaffen. Dazu haben wir eigens einen Schlichtungstarifvertrag entworfen und waren deshalb ziemlich verblüfft, als der Arbeitgeber bereits am Samstag die Tarifverhandlungen abbrach.

Er übergab uns zuvor ein Schreiben, in dem er erklärte, dass er mit uns nur noch in einer Schlichtung verhandeln wolle und fügte seine Vorstellungen zum Inhalt einer Schlichtung hinzu. Danach ging er einfach nach Hause.

Zuvor hatten wir wieder einmal umfassend über die Lokomotivführer gesprochen, die der Arbeitgeber Lokrangierführer nennt. Wir bekamen ein Konzept für deren Vergütung vorgelegt, das erst einmal „decodiert“ werden musste. Hochkomplexe Regelungen, mit denen ein monatliches Tabellenentgelt auf Basis des Flächentarifvertrags für das Zugpersonal (BuRa-ZubTV) vereinbart werden sollte. Das Papier hätte zu einer dauerhaften Spaltung der Lokomotivführer in eine Zweiklassengesellschaft geführt, Entgelteinbußen für unsere Mitglieder mit sich gebracht und der DB in Zukunft die Möglichkeit eröffnet, künftig „nach Nase“ zu bezahlen. Kurzum – es war unannehmbar.

Wir hatten keine Gelegenheit mehr, über Entgelterhöhung, Arbeitszeitabsenkung oder Überstundenbegrenzung zu spre-chen. Der Arbeitgeber brach die Verhandlungen ab und verschenkte einen ganzen Verhandlungstag. Schon Ende April hatte er zwei Verhandlungstermine abgesagt. Damit zeigte die DB ganz unverblümt, was sie von den Problemen und Belastungen ihres Zugpersonals hält: Sie interessieren sie überhaupt nicht. Eine solche Zurschaustellung von Arroganz und Desinteresse ist beispiellos.

Unser Vorstand wird in Kürze über das weitere Vorgehen beschließen. Viel Auswahl bleibt ihm allerdings nicht.

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