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Zum offenen DB-Brief

Erst den Konflikt provozieren und dann nach dem Staat rufen

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 06.10.2014

„Erst den Konflikt provozieren und dann nach dem Staat rufen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Claus Weselsky den „offenen Brief“ der Deutschen Bahn (DB)/des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (AgV-MoVe), den sie kurz vor der Auszählung der Urabstimmung am 2. Oktober 2014 erhalten hat.

Danach dürfe die GDL so lange nicht für das Zugpersonal verhandeln, bis ein Gesetz zur Tarifeinheit verabschiedet werde. GDL-Bundesvorsitzender: „Der Staat soll die Kohlen aus dem Feuer holen, sich die Finger dabei verbrennen, weil es keine Tarifeinheit geben kann, ohne die Koalitionsfreiheit im Grundgesetz zu verletzen, nur weil die DB nicht Manns genug ist, mit der GDL vernünftige Tarifverhandlungen für das Zugpersonal zu führen.“ Die DB hat den Tarifkonflikt bewusst herbeigeführt, um die berechtigten Forderungen für das gesamte Zugpersonal als Begründung für die Schaffung eines Tarifeinheitsgesetzes zu benutzen. Weselsky: „Tarifeinheit – koste es was es wolle − entweder durch Unterwerfung der GDL mit einem Kooperationsabkommen mit der DB-Hausgewerkschaft EVG oder eben durch den Gesetzgeber.“

In den nächsten Tagen Aufruf zum flächendeckenden, befristeten Streik

Das Zugpersonal lässt sich jedoch nicht einschüchtern. Das hat es mit dem 91-prozentigen Votum in der Urabstimmung bewiesen. Die GDL war und ist bereit, Kompromisse bei den inhaltlichen Forderungen zu schließen. Keine Kompromisse wird es jedoch geben, wenn es um das ureigenste Recht einer jeden Gewerkschaft geht, ihre Mitglieder gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten und für sie Tarifverträge zu schließen. Das Zugpersonal braucht Schutz vor übermäßiger Belastung mit Überstunden wegen fehlendem Personal und bessere Beschäftigungsbedingungen, wenn es sein muss, auch mit Streiks. Deshalb wird die GDL in den nächsten Tagen zum flächendeckenden, befristeten Streik aufrufen!

» GDL-Antwort auf den offenen Brief des AgV-MoVe


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