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GDL hat Urabstimmung beschlossen

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 11.09.2014

Der GDL-Hauptvorstand in Eisenach
Der GDL-Hauptvorstand in Eisenach

Der Hauptvorstand der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat heute in Eisenach einstimmig die Urabstimmung für die Mitglieder des Zugpersonals (Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Instruktoren/Trainer und Disponenten) in den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) der Deutschen Bahn AG beschlossen.

„Wir organisieren und repräsentieren mehr als 51 Prozent dieser Beschäftigten innerhalb der EVU und sind dadurch nicht nur legitimiert, sondern sogar verpflichtet, die tarifpolitischen Forderungen unserer Mitglieder Wirklichkeit werden zu lassen“, so der GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Aufgrund der hohen Beteiligung an den zwei bisherigen Warnstreiks mit dem klaren Bekenntnis, die dringend notwendigen Schutzmechanismen tarifvertraglich durchzusetzen, ist die Vorbereitung weiterer Arbeitskämpfe unabdingbar.

Keine Streiks bis zum 2. Oktober 2014

Der Hauptvorstand hat die Informationen der Basis zum Tarifkonflikt umfassend bewertet. Er rechnet mit einer hohen Zustimmung bei der Urabstimmung. Die Auszählung der in einer geheimen schriftlichen Wahl durchgeführten Urabstimmung findet am 2. Oktober 2014 in Frankfurt am Main statt. Arbeitskämpfe sind bis zum Abschluss der Urabstimmung ausgeschlossen.

Angebot enthält keine Verbesserung

Die DB hat der GDL mittlerweile das angeblich dritte Angebot geschickt. Wie immer wurden die Medien informiert, um auch weiterhin den Eindruck zu erwecken, dass es substanzielle Verbesserungen beinhalte. Das ist aber nicht der Fall, denn erstens wird das von der GDL bereits abgelehnte Angebot vom 1. September 2014 mit all seinen Einschränkungen und Vorbedingungen aufrechterhalten und zweitens werden die fundamentalen Positionen der DB gegen Tarifpluralität und Koalitionsfreiheit erneut wiederholt. Den vorausgehenden Abschluss einer Kooperationsvereinbarung „ausdrücklich zurückzustellen“ heißt eben nicht, dass er vom Tisch ist. „Es wird nur Sand in die Augen gestreut. Obwohl in diesem Lande jeder weiß, dass nicht nur im Eisenbahnsektor die dafür zuständigen und von ihren Mitgliedern legitimierten Gewerkschaften die Tarifverhandlungen führen, erfindet die DB die Tarifwelt ganz neu“, so Weselsky. In künftigen Verhandlungen sollen die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), moderiert von den beiden Dachverbandsvorsitzenden Klaus Dauderstädt (dbb) und Reiner Hoffmann (DGB) der DB gegenübersitzen. „Als Arbeitgeber sich selbst alle Freiheiten genehmigen, unannehmbare Bedingungen festlegen und dann der Gewerkschaftsseite fröhlich beim Abmoderieren zuschauen. Das nenne ich doch innovativ und bemerkenswert uneigennützig. Auf Zeit spielen und dabei weiter vom Zugpersonal Überstunden verlangen wird es mit der GDL jedoch nicht geben“, bewertete der GDL-Bundesvorsitzende das Husarenstück der DB.

Tarifpluralität ist lösbar, wenn man nur will

Medienwirksam hat der Arbeitgeber eine Moderation verkauft, ohne die Antwort der GDL hierzu abzuwarten. Außer der von der DB gewünschten Einschaltung der Dachverbände hat sich also nichts geändert. Die GDL steht schon die ganze Zeit in enger Abstimmung mit ihrem Dachverband. Sollte die Notwendigkeit bestehen, mit den Dachverbänden übergreifend in Abstimmung zu treten, dann werden die Gewerkschaften dies untereinander tun. Die Bereitschaft hierzu besteht zumindest auf GDL-Seite. Weselsky: „Arbeitgeber haben dabei nichts zu suchen. Die DB muss sich endlich der Realität stellen und aufhören, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen.“ Die GDL verweigert sich nun schon dem dritten Angebot, weil es eben keines ist. „Die DB will partout keine Tarifpluralität im Unternehmen. Sie hat sie aber schon längst. Sie ist auch rechtlich und faktisch lösbar, wenn man nur will“, so der GDL-Bundesvorsitzende.

Jetzt ist die DB am Zug

Die Urabstimmung wurde mit dem einstimmigen Beschluss des GDL-Hauptvorstands eingeleitet. Die GDL ist zu Verhandlungen bereit, wenn die DB zu den Tarifforderungen für GDL-Mitglieder in den EVU ein uneingeschränktes Angebot macht. Tut sie das nicht, folgen unweigerlich weitere Streiks. Jetzt ist die DB am Zug.

Mehr als drei Millionen Überstunden

Die Kollegen leisten eine verantwortungsvolle Arbeit im Schicht- und Wechseldienst. Allein die Lokomotivführer haben mit dem Resturlaub und Mehrleistung drei Millionen Überstunden angehäuft. 800 Lokomotivführer fehlen seit mehreren Jahren im Unternehmen ebenso wie zahlreiche Zugbegleiter. Es ist an der Zeit, verbesserte Arbeitszeitregelungen zu schaffen und auch die Arbeitszeit zu verringern. Die GDL fordert vor allen Dingen, dass feste Überstundengrenzen tarifiert werden, um die absichtliche Personalknappheit zu beenden. Erst dann können die Kollegen wieder Familie und Beruf unter einen Hut bringen und die Berufe werden auch für Schulabsolventen und Umschüler wieder attraktiver.


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