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Über 90 Prozent der Züge standen still

Pressemitteilung - GDL Aktuell - 01.09.2014

Streikendes Zugpersonal in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Mousiol
Streikendes Zugpersonal in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Mousiol

Der Deutschen Bahn (DB) war klar, dass die Züge stehen werden, wenn die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) das Zugpersonal (Lokomotivführer, Lokrangierführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen, Disponenten, Ausbilder, Instruktoren/Trainer) zum Arbeitskampf aufruft. Über 90 Prozent der Güter- und Personenzüge der DB standen heute von 18 bis 21 Uhr still oder hatten die entsprechende Verspätung

„Unsere Mitglieder vom Ausbilder bis zum Zugbegleiter haben einmal mehr gezeigt, dass sie es satt haben Überstunden zu machen und ihre berechtigten Interessen dann mit Füßen getreten werden. Das Frustpotenzial über das Missmanagement der DB sitzt tief, weshalb wir uns auf das Zugpersonal und dieses sich auf ihre Gewerkschaft verlassen kann“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky.

DB will GDL mit der Verhandlungsbedingung zu einem Kooperationsabkommen ausbooten
Die DB hat bisher kein substanziell verbessertes Angebot vorgelegt, aber zwei Mal der Öffentlichkeit und dem Zugpersonal eines vorgegaukelt. Weselsky: „Nach wie vor will sie uns zwanghaft mit einem Kooperationsabkommen beglücken, um uns damit, natürlich gemeinsam mit der Hausgewerkschaft EVG, auszubooten.“ Obwohl die GDL über 80 Prozent der Lokomotivführer und 30 Prozent der Zugbegleiter in den Eisenbahnverkehrsunternehmen und damit mehr als 51 Prozent des Zugpersonals organisiert, soll die EVG mittels Kooperationsabkommen in die Führungsrolle gehievt werden. Weselsky: „Wir anerkennen den Organisationsschwerpunkt der EVG in den Eisenbahninfrastrukturunternehmen, lassen uns jedoch die Tarifhoheit für das Zugpersonal in den Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht aus der Hand nehmen und unsere Berufsgruppen im Regen stehen.“ Die GDL hat als Forderungsschwerpunkt die Entlastung des Zugpersonals in den Vordergrund gestellt. Es muss Schluss sein mit permanenten Überstunden und überzogener Belastung. Deshalb ist die Begrenzung der Überstunden zwingend erforderlich.

Jetzt hat der Arbeitgeber Gelegenheit, die glasklare Botschaft des Zugpersonals nicht nur zu verstehen, sondern mit substantiellen Inhalten für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu sorgen.


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