» DB-Tarifverhandlungen: Altes Angebot – neu erklärt

Mit diesen Worten lässt sich die fünfte Verhandlungsrunde mit der DB am 28. November 2016 in Frankfurt am Main trefflich beschreiben. Die einzige Veränderung zum Angebot vom 17. November war eine Verhandlungsverpflichtung über die gewonnenen Erkenntnisse der betrieblichen Arbeitszeitprojekte, die der Arbeitgeber statt der geforderten Arbeitszeitregelungen durchführen will. ... mehr

Rostocker Straßenbahn AG

Verhandlungen gescheitert

Aushang Report - GDL Aktuell - 26.01.2014

„Die wissen nicht einmal, was eine Stunde Nichtarbeiten kostet.“ Der Satz des Vorsitzenden des GDL-Bezirks Nord Hartmut Petersen bringt die Haltung der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) auf den Punkt. Am späten Abend des 24. Januar 2014 scheiterten die Tarifverhandlungen.

Der lange geplante Termin sollte dem Arbeitgeber die Möglichkeit geben, sich im Detail auf die Forderungen der GDL vorzubereiten. Zwei Tage zuvor erhielt die GDL dann auch ein Angebot, allerdings ein deutlich schlechteres als zuvor. Von der Fahrentschädigung von 6,65 Euro pro Schicht wollte die RSAG nun nichts mehr wissen.

Schon zu Beginn die gewohnten Ausflüchte: Man verstünde nichts, könne nichts umsetzen, nichts berechnen, nichts vorbereiten. Und überhaupt sei ja alles wundervoll bei der RSAG und die GDL solle doch dankbar sein, dass sie überhaupt verhandeln dürfe. Die RSAG wollte der GDL weismachen, dass die Umsetzung ihrer Forderungen eine Personalkostenerhöhung um 20 Prozent verursachen würde. Ihre Berechnung hielt jedoch nicht einmal einer spontanen Plausibilitätsprüfung Stand. Die GDL konnte die angeblichen Kosten für Arbeitszeitverbesserungen auf null reduzieren. Die Kosten für die Verbesserungen beim Entgelt und den Zulagen würden mit etwa fünf Prozent zu Buche schlagen – fünf Prozent, die den Unterschied zum DB-Lokomotivführer auf 20 Prozent reduzieren würden (30 Prozent in der Endstufe). Statt einer Arbeitszeitersparnis durch den Abzug der gesetzlichen Pause veranschlagte die RSAG dadurch sogar mehr Personalkosten. Es ist jedoch nicht so, dass sie tatsächlich nichts versteht. Die Arbeitgeber sind gestandene Profis. Ihr wahres Interesse ist es, die Verhandlungen zu verzögern, denn jeder Tag später, an dem der GDL-Tarifvertrag wirksam wird, ist Geld für den Arbeitgeber. Ihre Show mag kulturell wertvoll sein. Einen Wert für die Lokomotivführer und Zugbegleiter der RSAG würde aber nur ein ernsthaftes Angebot darstellen. Dafür werden wir nun kämpfen!

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