» Belastungsstudie DB Cargo: Offenbarungseid der EVG

Mit der gemeinsam aufgelegten „Belastungsstudie 2017 Triebfahrzeugführer“ geben die Geschäftsführung und der EVG-geführte Gesamtbetriebsrat bei DB Cargo vor, sich ein Bild über die Arbeitsbelastung der Güterverkehrslokomotivführer machen zu wollen. Gleichzeitig versuchen sie, entgegen der abgeschlossenen GDL-Tarifverträge, die seit Jahren von ihnen betriebene Hyperflexibilisierung zu zementieren! Die EVG zeigt sich von dem Projekt begeistert und ruft in einem Aushang zur Beteiligung an der wissenschaftlich begleiteten Mogelpackung auf. ... mehr

Rückblick 2012

Gemeinsam ZugKunft bewegen

Voraus Artikel - GDL Aktuell - 03.12.2012

Das wichtigste Ereignis in diesem Jahr war die Generalversammlung der GDL im Mai in Bonn. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky und sein Stellvertreter Sven Grünwoldt wurden mit großen Mehrheiten in ihrem Amt bestätigt. Dritter im Bunde des geschäftsführenden Vorstands ist der bisherige Vorsitzende des GDL-Bezirks Süd-West Thorsten Weske. Alle drei stehen für die Kontinuität der erfolgreichen GDL-Politik.

So hat die GDL im vergangenen Jahr für 97 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland faire Löhne und faire Rahmenbedingungen erreicht. In zahlreichen Unternehmen hat sie außerdem den Betreiberwechseltarifvertrag abgeschlossen. Damit gehört die Angst um den Arbeitplatz nach verlorenen Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr der Vergangenheit an.

Und die GDL will weiter expandieren. Unter dem Motto der Generalversammlung „Gemeinsam ZugKunft bewegen“ soll das gesamte Zugpersonal in der GDL seine spezielle Interessenvertretung finden. Der Leitantrag dazu wurde einstimmig angenommen. Gleichzeitig hat die Generalversammlung organisatorische Verbesserungen geschaffen, damit die GDL noch mehr Wissen über die Sorgen und Nöte der Zugbegleiter und der Lokrangierführer erhält und diese auch beseitigen oder zumindest reduzieren kann. Außerdem führt die GDL spezielle Betriebsrätekonferenzen für Zugbegleiter durch, wie Ende Juni in Eisenach. Hier wurden Ross und Reiter genannt. Arbeitsbelastungen wurden glasklar aufgedeckt und Möglichkeiten zur Abhilfe vorgestellt und diskutiert. GDL-Betriebsrätekonferenzen bieten eine hervorragende Gelegenheit, um Netzwerke zu bilden und Wissen auszutauschen. Und die ersten Erfolge all dieser Maßnahmen sind bereits sichtbar. Die Anzahl der Zugbegleiter und der Lokrangierführer in der GDL hat seit der Generalversammlung signifikant zugenommen.

Faire Löhne - fairer Wettbewerb

Gleich zu Beginn dieses Jahres hat die GDL bei mehreren NE-Bahnen erfolgreiche Tarife abgeschlossen. 3,8 Prozent plus waren es beispielsweise bei der WestfalenBahn. Gleich dreimal drei Prozent gab es bei der nordbahn. Und der lange Kampf bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) – 2 350 Stunden Arbeitskampf und fast eine genau so lange Aussperrung – hat sich gelohnt. In der Schlichtung hat die GDL erreicht, dass fast alle NOB-Lokomotivführer 99 Prozent des Niveaus des GDL-Flächentarifvertrags BuRa-LfTV erhalten und das alles, obwohl die NOB um keinen Preis einen Tarifvertrag mit der GDL abschließen wollte.

Außerdem sind alle drei Unternehmen dem Betreiberwechseltarifvertrag beigetreten.

3,5 und 3,8 Prozent Plus im Flächentarifvertrag hat die GDL für die rund 20 000 Lokomotivführer der DB in einer Marathonsitzung im Juli erreicht – allen Unkenrufen zum Trotz ohne einen einzigen Streiktag. Auch so kann es gehen. Außerdem wurden die Zulagen erhöht und die betriebliche Altersversorgung verbessert. Das Tarifergebnis liegt damit 2012 deutschlandweit fast an der Spitze. Gut einen Monat später schloss die GDL den Flächentarifvertrag für den Schienengüterverkehr ab. Das Erfolgsmodell ist immer das gleiche: faire Löhne - fairer Wettbewerb.

Baustelle Zukunfttarifvertrag

Was muss getan werden, damit die Lokomotivführer ihr gesamtes Berufsleben bei der DB zubringen können? Wie können Familie und Beruf besser vereinbart werden? Welches Sicherungsnetz gibt es beispielsweise bei einer unverschuldeten Fahrdienstuntauglichkeit von Lokomotivführern? Diese Fragen sollten in den Verhandlungen zum DB-ZukunftTV Anfang des Jahres beantwortet und in vernünftige Regelungen gegossen werden. Nach einer erwartungsvollen Auftaktrunde wurde aber schnell klar: Es gibt viele schöne Worte, aber es folgen keine Taten, sodass die Tarifverhandlungen abgebrochen wurden. Der gleiche Arbeitgeber, der den Beschäftigten seit Monaten in „Zukunftsdialogen“ suggeriert, dass er die Herausforderungen der Zukunft verstanden habe, will nichts mehr von sozialer Verantwortung wissen, sobald es darum geht, Nägel mit Köpfen zu machen. So sieht der ZukunftTV vor, dass selbst Lokomotivführer, die jahrzehntelang für das Unternehmen tätig waren und durch dies durch einen Eisenbahnunfall nicht mehr können, auch gegen ihren Willen bundesweit versetzt werden können. Zum Jobticket, zur Altersteilzeit, zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat die DB bis heute kein Angebot vorgelegt und deshalb herrscht immer noch Stillstand beim ZukunftTV!

GDL punktet bei den Wahlen

Auch bei den Aufsichtsratswahlen konnte die GDL punkten. So gewannen Sibille Kunze und Hartmut Petersen im März die beiden Arbeitnehmermandate bei der S-Bahn Hamburg. Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky erzielte im September eines der beiden Gewerkschaftsmandate bei Netinera Deutschland. Andreas Panczyk erhielt hier ein Arbeitnehmermandat.

Bei den Personalratswahlen im Mai hat die GDL solide Ergebnisse erreicht. Sie hat in den Besonderen Personalräten in den Dienststellen des Bundeseisenbahnvermögens 26 Mandate bekommen und erzielte mit 21 Prozent der Gesamtmandate das gleiche Ergebnis wie 2008. Ein hervorragendes Ergebnis hat die GDL-Jugend bei der Wahl zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) im Oktober im DB-Konzern erzielt. Mit 22 Mandaten konnten die Kandidaten der GDL-Jugendorganisation ihr bereits sehr gutes Resultat von 2010 um zehn Mandate steigern. Das bedeutet einen Zuwachs von stolzen 84 Prozent.

Schließlich erreichte Weselsky bei den Wahlen zum ehrenamtlichen stellvertretenden dbb-Bundesvorsitzenden im November ein hervorragendes Ergebnis. Damit ist die GDL noch besser im dbb verankert und sie kann ihre Politik der speziellen Interessenvertretung verbunden mit einem hohen Organisationsgrad noch stärker zum Wohle sowohl des dbb als auch der GDL einbringen.

Alles in allem hat die GDL ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich. Und unter dem Motto „Gemeinsam ZugKunft bewegen“ wird sie auch die Herausforderungen des kommenden Jahres bewältigen. Die GDL wünscht an dieser Stelle allen Mitgliedern und deren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

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