Zweite Urabstimmung Deutsche Bahn, Transdev, Personaldienstleister

Zustimmung für historischen Tarifabschluss – massiver Unmut über DB

Zustimmung zum historischen Tarifabschluss - aber Wut auf die DB AG, die den GDL-Mitgliedern unter willkürlicher Anwendung des Tarifheinheitsgesetzes tarifliche Rechte vorenthält. Das ist das Ergebnis der zweiten Urabstimmung nach der Tarifrunde 2023/2024.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Urabstimmung, denn es zeigt klar und deutlich die Stimmungslage unserer Mitglieder auf: Einerseits herrscht große Freude über einen historischen Tarifabschluss, der vor allem mit der schrittweisen Einführung der 35-Stunden-Woche über den Eisenbahnbereich hinaus starke Strahlkraft auch auf andere Branchen hat. Andererseits sind die GDL-Mitglieder wütend auf den Arbeitgeber DB, der ihnen diese tariflichen Verbesserungen durch die willkürliche Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes (TEG) eiskalt vorenthält“. Mit diesen Worten kommentierte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, das Ergebnis der zweiten Urabstimmung bei der DB AG, der Transdev GmbH und acht Personaldienstleistern, das heute in Frankfurt am Main ausgezählt wurde. Für die Annahme des Tarifabschlusses votierten 77 Prozent der GDL-Mitglieder bei der DB, 88 Prozent in den Transdev-Unternehmen und 96 Prozent bei den Personaldienstleistern.

Willkürliche Anwendung des TEG

Die DB ist der einzige Arbeitgeber, der das TEG anwendet. Tendenziös, wider besseren Wissen und trotz vorhandener Mehrheiten haben die Manager eindeutig der GDL zugehörige Betriebe der evg zugeordnet und den GDL-Mitgliedern damit ihre tarifvertraglichen Rechte entzogen. „Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner der DB AG sind frustriert, weil sie an den Errungenschaften, die die GDL für ihre Mitglieder erkämpft hat, nicht teilhaben dürfen,“ so Weselsky. „Für jene, die fälschlicherweise den Betrieben der anderen Gewerkschaft zugeordnet wurden, gibt es weder eine Arbeitszeitabsenkung noch eine Entgelterhöhung und vor allen Dingen keine Planungssicherheit zu Ruhetagen und Urlaubszeiten. Dieser unhaltbare Zustand muss beendet werden.“

Kampf, Unruhe, Demotivation

Fakt ist: Das TEG hat die Situation nicht befriedet, sondern die Auseinandersetzungen noch verschärft. Statt Einigkeit in den Betrieben sorgt es für Kampf, Unruhe und Demotivation, bis hin zur inneren Kündigung der Beschäftigten. Die von der GDL eingeleiteten juristischen Schritte zur Ermittlung der tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse brauchen unendlich viel Zeit. Parallel dazu hoffen zehntausende Eisenbahnerinnen und Eisenbahner darauf, dass nun eine gesellschaftliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit des eindeutig gescheiterten und tendenziös von der DB AG angewendeten TEG einsetzt.

Gift im Gesamtgefüge

„Das Votum der Beschäftigten in der Urabstimmung zeigt zweierlei: Erstens ist das Tarifeinheitsgesetz Gift im Gesamtgefüge und gehört schleunigst in den Papierkorb der Geschichte. Und zweitens: Arbeitgeber können sich dauerhaft nicht gegen die eigenen Belegschaft stellen, ohne bestraft zu werden. Die DB sollte das bedenken und endlich die richtigen Schlüsse ziehen, sonst droht ihr ein böses Erwachen.“

Geschlossenheit der GDL

Bei der ersten Urabstimmung lag die Zustimmung für Arbeitskämpfe unter den GDL-Mitgliedern der DB und bei Transdev bei 97 Prozent, bei den Personaldienstleistern bei 93 Prozent. Das hatte die Auszählung am 19. Dezember 2023 in Frankfurt am Main ergeben. Das Ergebnis beider Urabstimmungen unterstreicht eindrucksvoll die Geschlossenheit der GDL und führt dem DB-Management erneut klar und dauerhaft vor Augen, dass seine Maßnahmen zur Eliminierung der einzig kritischen Gewerkschaft im Eisenbahnbereich auch künftig erfolglos bleiben werden.

Pressemitteilung

 

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